Steueroase Bitcoin?

Steuern sind ein lästiges Thema, doch leider muss man sich hin und wieder damit beschäftigen. Ist Bitcoin eine Steueroase?

Man sollte meinen, durch das junge Alter des Kryptomarktes ließe sich bestimmt die ein oder andere Steuer umgehen.

Bitte. Als würde sich der #Fiskus Geld durch die Lappen gehen lassen. Nur weil es keine einfache und leicht erreichbare Definition für die Besteuerung gibt, heißt es nicht, man müsse keine Steuern zahlen.

Vor allem sollte man hier eins nicht vergessen. Gewinne mit Kryptowährungen sind definitiv steuerpflichtig! Wer seine Gewinne nicht angibt, kann gerne mal eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung einfahren und dann wird’s spaßig! Da das ganze aber beliebig undurchsichtig ist, habe ich hier mal eine einfache Zusammenfassung, welche Steuern zu bezahlen sind, wenn man in #Bitcoin investiert.

Entscheidend sind im wesentlichen 2 Dinge:
– Wie lange halte ich Bitcoin?
– Wie viel Gewinn wurde bereits erzielt durch Veräußerung?

Liegen lassen bringt Vorteile

Wenn man Bitcoin ab Kauf mindestens ein volles Jahr einfach liegen lässt, gilt es nicht als Spekulationsgeschäft und ist somit 100% Steuerfrei. #hodl zahlt sich hier also aus. Bitcoin kaufen und einfach liegen lassen. Auch nicht in andere Kryptowährungen tauschen!
Wenn Du Bitcoin kaufst und es direkt in eine andere Kryptowährung tauschst, dann war das eine Veräußerung bzw. ein Handel. Dieser wird dann steuerpflichtig!

Wird unter dem einen Jahr das Bitcoin verkauft oder gehandelt, so gilt es als #Spekulationsgeschäft und muss versteuert werden. Ab einem bestimmten Betrag wohlgemerkt. Übersteigt Dein Gewinn (!) des Jahres 600 EUR, müssen die Gewinne #versteuert und in der Steuererklärung angegeben werden. Der Gesamtgewinn, nicht nur der Betrag über 600 EUR.
Die Gewinne muss man versteuern. Nicht den Einsatz! Entscheidender Unterschied.
Alles darunter bis 599,99 EUR ist steuerfrei.

Zusammengefasst:
– Bitcoin (oder eine andere Kryptowährung) länger als ein Jahr gehalten?
-> Ja -> steuerfrei
-> Nein. Dann kommt’s drauf an:
–> Gewinne über 600 EUR erzielt?
–> Ja -> Steuerpflichtig
–> Nein -> Steuerfrei

Zu beachten gilt dabei eben vor allem, dass jeglicher Tauschhandel von Bitcoin in andere Währungen, EUR, Ethereum oder sonstwas als Veräußerung gilt. Wird dabei ein Betrag von über 600 EUR erzielt, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Wenn Du Beispielsweise Bitcoin kaufst und es am nächsten Tag in Ethereum tauschen möchtest, Bitcoin aber über Nacht so stark nach oben schoss, dass Du über 600 EUR Gewinn gemacht hast, dann musst Du diesen Gewinn versteuern. Obwohl Bitcoin hier nur das Mittel war um Ethereum zu kaufen.

Hilfe?

Wer viel tradet, für den dürfte das relativ schnell ziemlich unübersichtlich werden. Daher gibt es schon erste Unternehmen, die das automatisiert machen. Dort kann man einfach seine Accounts auf den Tauschbörsen verbinden lassen und diese analysieren dann die trades, die getätigt wurden und wie viel Gewinn dabei entstand -> was versteuert werden muss.
Eine solche Webseite ist zum Beispiel https://cryptotax.io/
Allerdings kostet deren Service 99 EUR pro Jahr. Man sollte also zumindest sicher sein, dass man über den 100 EUR Gewinn ist, bevor man das durchführt.

Schlupfloch?

Kann man das versteuern irgendwie umgehen?

Nicht wirklich.

Der Staat unterscheidet hier nicht zwischen Bitcoin oder Ethereum oder sonstigen. Man kann also nicht seine Gewinne in ein anderes Coin verschieben und es damit vertuschen. Auch Gewinne mit anderen Coins von über 600 EUR unter einem Jahr müssen versteuert werden.Das bezieht sich aber nicht auf das Coin allein, sondern generell alle Gewinne PRO PERSON.Also z.B. auch Aktien! Der Steuerfreibetrag gilt für alle privaten Gewinne dieser Person in diesem Jahr. Also aufpassen!

Bin schon drüber! Was nun?

Sollte man im vergangenen Jahr schon so viel Gewinn erzielt haben das er versteuert werden muss, man es aber nicht getan hat, weil man es z.B. nicht wusste, steht trotzdem der Tatbestand der Steuerhinterziehung im Raum.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Dort hilft dann am besten eine #Selbstanzeige.
Wenn man dann die formellen Voraussetzungen korrekt erfüllt kommt man noch mal ungeschoren davon. Es droht einem keine Strafe, man muss aber natürlich die Steuern des letzten Jahres, welche noch ausstehen, nachzahlen.Zur Selbstanzeige hier mehr: https://www.winheller.com/steuerrecht-steuerberatung/steuerstrafrecht/selbstanzeige.html

Hab nen haufen Geld verloren. Möglichkeiten?

Jaein.
Private Verlustgeschäfte für die Steuer zu realisieren ist immer etwas umständlich. Theoretisch aber möglich, unter gewissen Gesichtspunkten. Und da Bitcoin 2018 ziemlich den Bach runter ging ist das eventuell für manche interessant.

Im Prinzip gleicht man damit einfach die Gewinne von 2017 mit den Verlusten von 2018 aus. Somit sind die Gewinne von 2017 insgesamt rechnerisch weniger, also muss weniger versteuert werden.
Wichtiger Hinweis: Die Verluste aus 2018 müssen auch realisiert worden sein! Man muss also seine Kryptowährungen mit Verlust verkauft haben! Es reicht nicht, dass der Kurs einfach fiel und der Wert jetzt deutlich weniger ist. Der Verkauf muss stattgefunden haben.

Wie immer: Man verliert erst Geld, wenn man sein Krypto verkauft. Egal wie weit es sinkt.

Weiterer wichtiger Punkt: Hier können die Verluste nur mit Einkünften aus gleichartigen Gewinnen verrechnet werden. Aus anderen Handelsgeschäften. Sprich: Kann nur ausgeglichen werden aus Gewinnen wie Verkauf von Edelmetallen, Grundstücken oder Fremdwährungen. Nicht aus passiven Einkommensströmen wie Miete/Verpachtung oder Kapitalerträge wie Zinsen.
Das ganze ist für den Normalbürger definitiv zu komplex um das händisch zu machen, daher würde ich dafür entweder einen Steuerberater empfehlen oder die oben angesprochene Webseite https://cryptotax.io/

Wichtige Info für Trader

Der Fiskus kann nach persönlicher Einschätzung den privaten Handel mit Kryptowährungen nicht mehr als privat, sondern als gewerblich Einstufen. In dem Fall gelten deutlich andere Regeln für das gesamte Jahr!

Es gibt Stand 2018 keine klaren Kriterien, wie man privates und gewerbliches Traden abgrenzt seitens des Staats.
Meines Erachtens ist das bis jetzt noch der absoluten Willkür des Fiskus ausgesetzt, worüber man sich entsprechend echauffieren könnte.

Wer wirklich viel tradet, muss hier also aufpassen. Grundsätzlich müsste für das gewerbliche Traden sogar ein Gewerbe angemeldet werden.
Das alleine reicht aber noch nicht für eine konkrete Einstufung als gewerblicher Trader oder privater Trader.

Kurz zusammengefasst: Nichts genaues weiß man nicht.
Eine echte Grauzone. Kann gutgehen, kann aber auch daneben gehen. Wer also wirklich viel täglich handelt: Vorsicht.


Bitcoin ist also keine Steueroase. Bis 600 EUR Gesamtkapitalerträge ist man hier zwar auf der sicheren Seite, übersteigt man diesen Betrag – was mit Krypto ja das Ziel sein sollte – und veräußert ihn, muss der Gesamtgewinn versteuert werden.
Den meisten würde ich der Einfachheit halber daher die CryptoTax Webseite empfehlen. Da muss man dann selbst nichts machen und alles ist korrekt und das Finanzamt ist auch zufrieden. Dann darf man sich auch beim Stammtisch wieder aufregen über den Staat.

Solltest du noch Fragen haben, gerne unten in den Kommentaren oder auf den diversen Social Media Kanälen:
Facebook: www.facebook.com/cryptogerman
Twitter: www.twitter.com/crypto_german

Alex

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